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SOMMERBÜHNE: Yankee Rose liefern auf dem Apostelplatz ein ungewöhnliches Konzert ab
Donnerschlag als Begleitmusik
Von unserem Mitarbeiter Othmar Peitsch
VIERNHEIM:
Die Geburtsstunde der Mannheimer Band Yankee Rose schlug bereits Ende der 80er Jahre. Seither hat es in der Formation einige Veränderungen gegeben, die Musiker haben schon unzählige Auftritte hinter sich. So ein Konzert wie am diesmal auf der Viernheimer Sommerbühne dürfte es aber nur selten gegeben haben, denn die äußeren Einflüsse brachten den Spielplan gewaltig durcheinander.
Weil wegen des Regens zwischendurch die Technik versagte, mussten zwei kurze Pausen eingelegt werden und der erste Gitarrist hatte zur Halbzeit quasi Feierabend, nachdem sein Instrument und der Verstärker den Geist aufgegeben hatten. Yankee Rose hatte gerade erst mit dem Gastspiel beim Stadtfest wenige Tage zuvor auf dem Postparkplatz Werbung in eigener Sache gemacht, viele Viernheimer erinnerten sich wohl an diesen Auftritt. Die Widrigkeiten wurden locker in Kauf genommen. Der guten Stimmung taten die Unterbrechungen indes keinen Abbruch, denn auch bei Regen und zuckenden Gewitterblitzen am Horizont wurde auf dem Apostelplatz kräftig gerockt.
Auch wenn von Sommerbühne diesmal keine Rede sein konnte, war die Veranstaltung sehr gut besucht. Die Gäste drängten sich eben unter den Markisen und Großschirmen, die eigentlich als Sonnenschutz gedacht sind. Auch der mitgebrachte Regenschirm sorgte für ein einigermaßen trockenes Plätzchen. “Einige Verstärker sind leider etwas nass geworden”, kündigte Sängerin Tatjana Lechner die erste Zwangspause an. Als Lückenfüller stellte sich Schlagzeuger Frank Schwarz spontan zur Verfügung, der mit einem Solo auf seinem Instrument die Trockenzeit überbrückte.
Danach folgte das Stück “Piano Man”, bei dem man keine elektrischen Gitarren benötigt, Keyboard, Mundharmonika und Gesang reichen hierfür aus. Weiter ging es mit “Walking in Memphis” und “Friday On My Mind”, aber immer noch ohne die erste Gitarre. Die streikte nämlich mittlerweile komplett, die Band wurde so kurzerhand zu einem Sextett. “The show must go on” lautete die Devise auf der Bühne, sehr zur Freude des Publikums.
Klassiker der Red Hot Chili Peppers, Toto und auch Stücke aus der aktuellen deutschen Musikszene sorgten am Rest des Abends aber für beste Laune. Am meisten beklatscht wurden aber die rockigen Stücke, denn hier liegen zweifellos die Stärken von Yankee Rose, selbst wenn eine Gitarre streikt. Ausnahmsweise durfte sogar die vorgeschriebene Ruhezeit ab 22 Uhr um einige Minuten überzogen werden, galt es doch, die Pausen aufzuholen und der Bitte nach Zugaben nachzukommen.
© Südhessen Morgen, Dienstag, 29.07.2014
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